Stimmen zur CD „Hiesix“
Mit Löffel, Halszither, Häxeschyt und Hanottere
www.zalp.ch
Internationale Presse: www.folkworld.eu
DRS 1 Musikwelle - Magazin vom 03.03.2010 www.drs1.ch
Christian Schmid
Familygroove auf vergessenen Instrumenten
Hiesix heisst eine erfrischende Band aus dem Emmental, die auf alten Instrumenten neue Volksmusik mit angenehm fremden Einflüssen spielt, fernab von erstarrtem Ländlereinerlei.
Bei den Kellers in Sumiswald im Berner Emmental stapeln sich die Musikinstrumente schon bis ins Schlafzimmer. Nicht dass ihr Einfamilienhaus zu klein wäre, doch Musik und Musikmachen ist im Hause Keller das Lebenselixier. Seit über drei Jahrzehnten spielen Susanne Jaberg und ihr Mann Thomas Keller lebensnahe Volksmusik, und in dieser Zeit hat sich ein vielfältiges Instrumentarium angesammelt. Kellers sind – wie könnte es anders sein – Multiinstrumentalisten und pflegen neben Geige, Bass und Gitarre auch alte Instrumente, die man zum Teil schon im Mittelalter kannte und deren kurlige Namen heute nur noch wenigen Insidern geläufig sind: Häxeschyt und Chrienser Halszither, die im Emmental Hanottere heisst.
Das mit zweieinhalb Jahren jüngste Pflänzchen der Kellers, die bereits in den 70er Jahren die Bärner Tanzmusig gegründet haben und als Strassenmusiker durch die Lauben der europäischen Städte tourten, heisst Hiesix. Das tönt wie ein Name aus dem berühmten Gallischen Comic-Dorf und steht für Hiesiges, für Einheimisches, für ein traditionelles und dennoch lebendiges Liedgut, das sich, wie die unbeugsamen Gallier, erfolgreich gegen allzu grobe Einflüsse der Voksmusik-Industrie behauptet. Die Kellers entwickeln und spielen ihr beachtliches Repertoire zusammen mit Tochter und Sängerin Iris Keller, dem Volksmusiker, Narrenschiff-Labelgründer und Multiinstrumentalisten Dide Marfurt aus Thalwil und dem Perkussionisten Stefan Lehmann aus Biel. «Hiesix ist das Resultat alles Vorangegangenen», sagt Iris Keller. «Hiesix ist wie ein Tagebucheintrag innerhalb des Ganzen», sagt Thomas Keller. «Wir machen das, was uns gluschtet», sagt Susanne Jaberg. Das heist, dass es keine alleinige, sondern viele Wahrheiten über die Musik von Hiesix gibt. Doch eins ist klar: «Sie muss Temperament und Kraft haben, ich muss das Leben drin spüren können», sagt Jaberg. Zur volksmusikalischen Materialsuche gehörten deshalb auch Forschungsreisen durch die Schweiz, zum Beispiel ins Muothatal, aber auch nach Spanien, Frankreich und nach Ungarn.
Ein Kritiker meinte, Hiesix sei eine Schweizerische Wiederauferstehung der irischen Folkband Planxty, die während der Folkwelle in der zweiten Hälfte der 70-er Jahre über Irland hinaus bekannt wurde. Die Lieder und Weisen, eigentliche Songs, sind so unterschiedlich und in ihrem Klangreichtum variantenreich, wie Art und Anzahl der Instrumente, welche die Musiker spielen. Sie ist offen und leicht und bereichert durch die ebenbürtige Verwendung ausländischer wie einheimischer Instrumente die hiesige Klangwelt. Im «Chuereihe uf Latrejen» zum Beispiel, begleitet Stefan Lehmann den lieblich verspielten bis angenehm ungehobelten Tanz auf indischen Tablas. In anderen Songs verwendet er als Rhythmusintsrument ein Cajon oder eine orientalische Darabuka. Susanne Jaberg spielt auch Uilleann Pipes, den irischen Dudelsack, Dide Marfurt Drehleier, Bouzuki, Maultrommel und Tamburiza. Viele der Lieder sind tanzbar und manchmal unregelmässig im Takt. Eine Vorliebe von Thomas Keller sind ungerade Taktarten wie etwa der Siebenvierteltakt, der im osteuropäischen Raum verbreitet ist. Im «Waalestädter Boogie» finden Marfurts elektrische Gitarre, Kellers Halszither (die einer Laute oder Mandoline ähnlicher ist als einer Zither), Lehmanns Tablas und Gastmusiker Marc Unternährers Tuba-Begleitung zu einem wahren Blues. Und in den gesungenen Liedern wie «Wind u Gras», leuchtet frisch Iris Kellers hellle Stimme.Hiesix suchen nicht den grossen Auftritt vor möglichst grossem Publikum. Das käme der Intimität und Direktheit ihrer Lieder nicht entgegen. Iris Keller singt am liebsten unverstärkt. «Ich schaue den Leuten beim Singen gerne in die Augen», sagt sie.
Die Hiesix-Mitglieder sind Autodidakten. «Wir schreiben unsere Stücke nicht auf, wir erspielen sie», sagt Thomas Keller. Noten kennt er keine. Das Spiel auf seinen «Schwestern», wie er die Familie seiner Halszithern nennt, hat er sich selber beigebracht. Die Stücke gehen durch kontinuierliches Wiederholen und neu Arrangieren in Fleisch und Blut über. Manchmal gibt es sechs und mehr Fassungen eines Liedes. Nach Noten würde Hiesix’ Musik nicht funktionieren. Kürzlich habe sie eine Band aus dem Balkan erlebt, fünf Musiker, schöne Melodien und Klangfarben. «Doch sie hatten alle ihre Notenblätter vor sich, sogar der Bassist. Bei aller Perfektion habe ich nichts gespürt, da kam nichts rüber», erinnert sich Susanne Jaberg.
Viele der Lieder stammen von Liedermacher Urs Hostettler, aus der Sammlung «Anderi Lieder». Iris Keller sass als Jugendliche stundenlang vor dem Plattenspieler und lernte die Lieder auswendig. Diese Faszination hat bis heute angehalten. Dem 20-jährigen Küken der Band haben es unterdessen die krachenden Gitarren und harten Grooves der Metalbands angetan, am liebsten wie in Skandinavien, wo sich auch Folksmusikweisen darunter mischen. Doch hier wie dort fasziniert die Direktheit der Musik, der sich Hiesix mit Leib und Seele verschrieben haben.
René Worni, der Artikel erschien leicht verändert auch im Migros-Magazin Nr. 14/2010
Ichhabe gestern eure CD gekauft und bin begeistert. Mir gefällt ja schon seit jeher die Musik der Bärner Tanzmusik und kenne Thomas und Susanne, da ich mich auch sehr für alte Musik aus unserer Gegend Muotathal etc. interessiere. Eure Musik lässt einem Träumen und erkennen, dass man die alte Musik mit dem alten Zwick, wie wir sagen, neu bringen kann, ohne aber die traditionelle Melodie zu verformen oder zu ändern. BRAVO
Michael Schnyder - www.rigigruess.ch
„Hiesix hat erkannt, dass sich ältere und der Tradition nachempfundene neue Volksmusik auf den Instrumenten der Spielleute durchaus mit ‚groove’ interpretieren lässt. Wir meinen, mit dem Titel ‚Hiesix’ (Hiesiges) sei es den fünf Musikern gelungen, auf alten Schweizer Musikinstrumenten neue, heutige Volksmusik zu machen.“
Brigitte Bachmann-Geiser
„Vor Jahren habe ich ja schon Volksmusik-Konzertreihen initiiert, wo die meisten noch etwas verständnislos der neuen Schweizer Volksmusik gegenübergestanden sind. Einer gab ich damals den Namen VolXtöne. Und praktisch alle Musikanten/Musikantinnen, die wir heute auch von Auftritten beim Schweizer Fernsehen kennen, traten damals auf. Ein paar dieser phantastischen Musikanten/Musikantinnen haben ein neues Projekt lanciert: Hiesix. www.hiesix.ch Die fünf Musikanten/Musikantinnen blicken dabei über die Emmentaler Hügel hinaus in alle Welten und Zeiten: So haben in ihrer Musik neben hiesigen Instrumenten wie Geige, Halszithern, Schwyzerörgeli und Mundharmonika auch Instrumente aus anderen Welten und Zeiten Platz: Häxeschyt, Sackpfeife und Drehleier, indische Tabla, Darabuka, Cajon, Busuki, E-Gitarre und E-Bass.
Es gibt natürlich auch eine gleichnamige CD. narrenschiff-label.ch
Mein Tipp: Unbedingt reinhören und KAUFEN! Und/oder auch mal ein Konzert besuchen.“
Hanspeter Gautschin
„Die CD ‚Hiesix’ ist traumhaft, höre den ganzen Morgen nur noch diese CD. SUPER!!!!!“
Max Regli, www.schwingendeklangwelt.ch
„Ein, vielleicht das Markenzeichen von Hiesix ist der immense Reichtum an Klangfarben, Klangbildern, stimmlichen Stimmungen und rhythmischer Vielfalt hinsichtlich entsprechender Instrumente, Takte und – jawohl – Töne.“
Daniel Leutenegger, der ganze Text zu „Hiesix“ ist zu lesen auf www.buero-dlb.ch
„Eine elegante, witzige und bescheidene CD-Hülle trägt einen wohlklingenden, kurzweiligen und begeisternden Tonträger in sich! Die Musik ist vom ersten Ton sehr präsent und eindrücklich! Wundervoll
gemischt! Es hat mir viel Freude gemacht, die Stücke in ihrer stimmigen Abfolge zu hören!
Susanne spielt eine himmlische Geige mit viel Schwung und meisterhaft! Iris’ Stimme ist grandios, einfach wunderschön und rein! Thomas spielt zauberhafte Klänge und lüpfige Rhythmen auf all seinen Instrumenten.
Dide gibt mit seinem Spiel auf seinem grossen Instrumentarium Pfeffer und Lebenssalz in die Musik. Lorenz setzt ganz zarte und berührende Akzente. Stefan und Rolf runden die Musik schön ab.
Und als Titel finde ich HIESIX einfach atemberaubend!
DANKE FÜR DIESE TOLLE MUSIK!!!!
Christine Lauterburg
Eine sehr schöne Produktion, ein bunter Strauss mit vielen Farben und
Facetten. Nachdem die instrumentale Volksmusik eine breitere Beachtung gefunden hat, erachte ich es als besonders wertvoll, dass hier auch altes Liedgut aufgegriffen wird - Urs Hostettlers kostbare Sammlung trägt weitere Früchte.
Kjell Keller
Der Sound ist fantastisch, besonders für Chordophile wie mich… Sehr schöne Saiten- und Perkussion-Arrangements (Löffel!!!), gute Balance zwischen spontan und durchorganisiert im Musikalischen und zwischen Druck und Durchsichtigkeit in der Produktion. Auch groovt es durchwegs.
Die Perkussion übernimmt zwar z.T. die Bassfunktion, dafür wummert sie für meinen Geschmack manchmal etwas zu heftig (besonders Tabla) – einzige kleine Kritik an einem sonst wirklich brillanten Mix! Die Tuba ist weltklasse, besonders das "Walestetter Boogie"-Solo. Mit der E-Gitarre kann ich mich dort nicht immer ganz anfreunden, ansonsten finde ich das Stück einen absoluten Hammer! Ebenso "En Halbe Aemmetaler"! Tolles Taxim am Anfang und wunderbarer Sound; erinnert mich an Xarchakos' Rebetiko-Soundtrack. Auch "Z'Jake Tonis" finde ich eine gelungene Mischung aus Modern-Groove und Tradition. Die luftige aber intensive "Rössli-Masolke" ist musikalisch und produktionstechnisch meisterhaft.
Die Hintergrundinformationen zu den Instrumenten (mit Fotos) sind spannend, informativ und optisch sehr schön.
Live funktioniert Hiesix übrigens erst recht. Ich fands spitzenmässig im Pöschtli: toller Groove, schöner Sound, buntes Programm: die Instrumentenwechsel bringen Abwechslung und stubetemässige Stimmung. Lebendig und locker und trotzdem von beeindruckender Qualität. "En Halbe Aemmetaler" fand ich live extrem stark – stilecht und doch eigen.
Dieter Ringli
soooo, jetzt möchti der mau schriiibe ond der u de Hiäsix fo tüüüfschdem Härze zo dere wonderschöne CD danke!
Am morge wenn mi Wecker lüütet, ech no chle gfrörlig usem Bett use chrüüche om go Füüür zmache, gang ech go d Schtereoaalag in Betreeb nääää u lose Hiäsix zom uuufschtaaa u es ewärmtmer s Härz, chöntmer grad nüd schööners vorschteue...
Gratoliere zo dem wonderbare Mix vo Freud, Fiiinheit, Liechtigkeit, Traditonells, Löpfigkeit, Verschpeutheit, das ganze vermescht met andere kulturelle Iiiflöss wie Tabla usooo, super arangschiert.....so klar zom lose u me enteckt jedesmau weder Nöis.... ;o) Esch genauu miii Schtiiil vo Musig!!!
Aaaaahhhh, chönt no feu schwärme..... aber d CD esch jetzt de scho weder bem 19te u de Tag geit los.... ;o)
Andrea Schuler
Eben halte ich die CD HIESIX - Neue Klänge ... in Händen und freue mich wie selten über das Endprodukt.
Sehr schön grafisch gestaltet, total passend zur Musik in dem 3-teiligen DigiPack.
Moritz Wetter Hardstudios
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